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Gut gemischt: Jung und Alt bei der Caritas

In den Altenzentren der Caritas arbeiten junge Azubis und erfahrene Pflegekräfte ganz selbstverständlich miteinander. Eine gelungene Mischung.

Manchmal bewundert Maria Friesen die Lockerheit ihrer jungen Kolleginnen und Kollegen. „Unsere jungen Leute sind vielleicht etwas freier und humorvoller im Umgang mit den Seniorinnen und Senioren. Das ist schön zu sehen“, sagt die Pflegefachkraft und Wohnbereichsleiterin im Haus St. Antonius. Auf der anderen Seite bringen die Älteren eine Ruhe und Selbstverständlichkeit mit, die im Umgang mit den Bewohnerinnen und Bewohnern sehr wertvoll ist. So ergänzen sich die Teams aus Jung und Alt bei der Caritas zu einer bunten und vor allem gelungenen Mischung. Maria Friesen weiß selbst noch gut, wie sie sich damals als Berufsanfängerin in der Pflege fühlte: Sie stammt aus Russland, leitete dort eine kleine Konditorei und wusste, als sie schließlich nach Deutschland kam und einen Job suchte, praktisch nichts über die Pflege: „Ich war auch nie in einem Altenheim gewesen, der einzige Bezug war meine Tante, die als Pflegedienstleiterin arbeitete.“ So sei sie etwas blauäugig in ihre Ausbildung gestartet und staunte auf der Pflegeschule in den ersten Monaten voll Theorie über die Erzählungen des Dozenten. Maria Friesen staunte – und fand Gefallen an dem, was sie hörte.

Maria Friesen ist am Job gewachsen

Als sie dann ihren ersten Praxiseinsatz – schon damals in St. Antonius – absolvierte, „hat es mir vom ersten Tag an gefallen.“ Für andere Menschen da zu sein und ihre Dankbarkeit, manchmal auch nonverbal, zu spüren, gefalle ihr bis heute. „Es ist ein schwieriger Beruf, aber er kann sehr erfüllend sein“, sagt Maria Friesen. Ihr habe die Arbeit mit den pflegebedürftigen Menschen selbst gut getan und sie sei mit den Aufgaben gewachsen und erwachsen geworden. Derart unbedarft kommen die jungen Menschen heute nicht zur Caritas. Bevor Auszubildende zur Pflegefachkraft einen Vertrag erhalten, haben sie zur Probe gearbeitet, viele waren zuvor auch als Pflegehelferin oder -helfer tätig oder haben in anderen Bereichen Lebenserfahrungen gesammelt. „Dabei können beide Seiten gucken, ob der Beruf bzw. eine Zusammenarbeit in Frage kommt“, sagt Maria Friesen. So seien die meisten jungen Leute, die sich für den Pflegeberuf interessieren und im St. Antonius hospitieren, sehr interessiert, der innere Reifegrad sei aber häufig noch recht unterschiedlich.

Bereitschaft, voneinander zu lernen

„Egal ob jung oder alt, wichtig ist die Bereitschaft, voneinander zu lernen“, sagt Maria Friesen. So haben die jüngeren Caritas-Kolleginnen und -Kollegen häufig einen Vorsprung im Umgang mit Technik und EDV. Auch bringen die Auszubildenden aus der Schule den schon lange im Beruf tätigen häufig neue Impulse oder Ansätze mit. In gemeinsamer Arbeit werden diese dann für die Praxis geprüft und umsetzbar gemacht. Was alle ohnehin vereint, ist die Wertschätzung und Empathie für ältere Menschen. In dieser Beziehung bringen aus Osteuropa stammende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie seit einiger Zeit auch afrikanische Mitarbeiterinnen in St. Antonius wertvolle Impulse ein. „Sie kommen aus einem Kulturkreis, in dem der Umgang mit älteren Menschen viel selbstverständlicher ist. Es gibt keine Berührungsängste“, sagt Maria Friesen. Und so lernt sie auch nach fast 20 Jahren in der Pflege von jungen Kolleginnen und Kollegen noch immer dazu. Umgekehrt ist sie es, die als Wohnbereichsleiterin die Auszubildenden und Berufsanfänger ganz maßgeblich mit fit macht für die Pflege.

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