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„Ich bin ein Brückenbauer“

Michael Ortwald ist Caritaspfarrer in Dortmund. In unserem Interview beschreibt er seine Arbeit und wie er helfen kann.

Was bedeutet es, bei der Caritas zu arbeiten?

Es bedeutet, für andere Menschen und sich selbst etwas zu tun. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben eine hohe Sensibilität für Menschensorge und arbeiten gerne mit anderen für andere Menschen, die Unterstützung benötigen.

Die Caritas bezeichnet das als christliche Dienstgemeinschaft. Was ist damit gemeint?

Die christliche Dienstgemeinschaft beschreibt den Umgang mit Mitarbeitern und den Umgang unserer Mitarbeiter mit den Menschen. Wir gehen in besonderer Weise auf die Menschen zu und orientieren uns dabei am Vorbild der christlichen Tradition, der Person Jesu, der 10 Gebote und der Seligpreisungen. Wir haben Respekt vor jedem Menschen, weil alle Geschöpfe Gottes sind und Gott sich in den Menschen spiegelt. Es geht um die Liebe zum Menschen.

Als Caritaspfarrer haben Sie immer ein offenes Ohr für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mit welchen Anliegen kommen die auf sie zu?

Das sind Fragen der Anspannung: Wie gehe ich mit dem Druck im Beruf und auch im Leben um? Es sind aber auch persönliche Sorgen. Es kommt übrigens der gesamte Querschnitt der Mitarbeitenden der Caritas zu uns. Von der Praktikantin bis zu der Frau, die kurz vor der Pensionierung vielleicht in einer Lebenskrise steckt. Aber auch der junge Auszubildende, der über seine Arbeit bei einem kirchlichen Träger sprechen möchte. Ich fungiere dann als neutraler Ansprechpartner, ohne dass die Mitarbeiter einen dienstrechtlichen Weg gehen müssen. Ich bin Pastor und stehe an dieser Stelle zwischen dem Dienstgeber und den Mitarbeitern. Deshalb kann ich in beide Richtungen Signale setzen.

Wie können Sie in den Gesprächen konkret helfen?

Vielen Mitarbeitern ist schon sehr damit geholfen, wenn sie nach einem Gespräch wissen, dass ihre Sorgen meist völlig normal und sie nicht alleine sind. Ich bin allerdings kein Therapeut und kann nur begleiten, nicht therapieren. Aber ich bin sozusagen ein Brückenbauer und kann aus meinem Netzwerk Brücken weisen.

Was gehört noch zu Ihren Aufgaben?

Auf der anderen Seite ist da die Arbeit nach draußen: Ich komme regelmäßig mit dem Vorstand zusammen und bringe dann die Anliegen der Caritas in der Dortmunder Stadtkirche mit ein. Was die Mitarbeiter angeht, gehört zu meiner Arbeit aber auch die Unterstützung bei der Vorbereitung von Mitarbeitergottesdiensten. Diese werden auch von mir geleitet. Ich halte zudem Gottesdienste zu Jubiläen, Einweihungen und unserem Tag der Ehrenamtlichen. Und dann haben wir für 2018 die Caritas Seelsorge unter dem Leitgedanken „kreuz und quer – aufkreuzen und querdenken“ neu aufgestellt und ein Veranstaltungsprogramm vorgestellt.

Was wird konkret angeboten?

Den Auftakt macht im Frühjahr eine Besinnungswoche im Caritas Haus Germania auf Wangerooge. Hinzu kommen mehrere Besinnungstage und -abende im Verlauf des Jahres. Es geht dann um Fragen des eigenen Christsein, um unser Jahresmotto Heimat, um Zufriedenheit oder um den Umgang mit Leid. Dieser Abend geht nach einer Diskussionsrunde übrigens beispielsweise in einen gemütlichen Abend im Dortmunder Kreuzviertel über.

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