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„Wir beschäftigen uns intensiv mit den Menschen“

Die neuen Azubis kommen! Unser Einrichtungsleiter Hans-Jürgen Robertz erklärt, wie die Caritas Dortmund ihren Nachwuchs in der Pflege willkommen heißt.

Herr Robertz, Sie sind Einrichtungsleiter im Altenzentrum St. Ewaldi. Was erwartet eine Auszubildende oder einen Auszubildenden dort am ersten Tag?

Erstmal ein herzliches Willkommen. Die Auszubildenden kommen ja nach einem ersten dreiwöchigen Block in ihrer Altenpflegeschule zu uns. Wir entscheiden zunächst, auf welchem Wohnbereich die oder der Auszubildende eingesetzt wird. Am ersten Tag führen die Praxis- oder Wohnbereichsleitung die jungen Leute dann herum und stellen das ganze Team des jeweiligen Wohnbereichs, die Bewohnerinnen und Bewohner sowie alle Bereiche von der Verwaltung bis zum Hausmeisterservice vor. Natürlich fragen wir auch nach den Wünschen und Vorstellungen der Auszubildenden.

Wie geht es nach dem ersten Kennenlernen weiter?

Die Auszubildenden begleiten die Praxisanleitung oder eine Fachkraft und absolvieren gemeinsam die Schichten. Das Wichtigste ist zunächst, dass unsere neuen Auszubildenden die Menschen, die hier wohnen, also unsere Bewohnerinnen und Bewohner, kennenlernen. Sie erfahren, welche Vorlieben oder Einschränkungen wer hat oder welche Krankheiten. Ganz wichtig ist, dass unsere Auszubildenden von Beginn an Dienstkleidung und ein Namensschild tragen, damit die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Angehörigen direkt wissen, wen sie vor sich haben.

Das klingt nach unheimlich vielen Informationen, die sich die Auszubildenden merken müssen. Wie helfen Sie dabei?

Wir geben unseren Auszubildenden viel Zeit, alle und alles kennenzulernen und das Gefühl zu entwickeln, in unserem Haus angekommen zu sein. Zudem erhalten alle Auszubildenden der Caritas Dortmund eine ausführliche Begrüßungsmappe. Diese überreichen wir bei unserem jährlichen Willkommenstag für die neuen Auszubildenden aller Häuser im August. In diesem Ordner finden die Auszubildenden alle Informationen zur Caritas Dortmund und zu der Einrichtung, in der sie arbeiten. Da werden auch ganz praktische Fragen geklärt: Woher bekomme ich die Dienstkleidung? Oder wo muss ich mich melden, wenn ich krank bin?

Gibt es Schwierigkeiten, die bei neuen Auszubildenden immer wieder auftauchen?

Wir beobachten, dass eigentlich alle Auszubildenden vor einer großen Hürde stehen, wenn sie das erste Mal unmittelbar mit Menschen zu tun haben, die schwer demenziell erkrankt sind. Die meisten haben damit einfach noch keine Erfahrungen gesammelt. Genauso müssen die Auszubildenden den Umgang mit Angehörigen sowie Ärzten und weiteren Fachleuten lernen. Deshalb nehmen wir unsere Auszubildenden so oft es geht in solche Gespräche mit, um sie behutsam an diese Themen heranzuführen. Weniger ein Problem ist übrigens die unmittelbare Sterbebegleitung. Wir fragen die Auszubildenden selbstverständlich, ob sie dabei sein möchten. Bislang sind aber alle damit bemerkenswert gut umgegangen.

Auch um schwierige Aufgaben wie diese zu bewältigen, sind Gespräche wahrscheinlich sehr wichtig, oder?

Natürlich. Wir beschäftigen uns intensiv mit den jungen Menschen, die bei uns eine Ausbildung absolvieren. Nur so können wir bei Schwierigkeiten helfen. Erste Ansprechpartner für die Auszubildenden sind unsere Praxisanleiterinnen und Praxisanleiter. Aber auch ich gehe regelmäßig durchs Haus und frage die Auszubildenden, wie es für sie läuft. Zudem stehen wir in engem Kontakt zur Altenpflegeschule. Übrigens sind andererseits auch die Rückmeldungen der Auszubildenden für uns als Einrichtung sehr wertvoll. Manchmal ist es nämlich sehr lehrreich, einen unverstellten und neuen Blick von außen auf die eigene Arbeit zu bekommen.

Wie wählen Sie die Auszubildenden denn eigentlich aus?

In unserem kommenden Ausbildungsjahrgang waren die Hälfte der Azubis schon als Altenpflegehelferin oder Altenpflegehelfer bei uns tätig. Die schieben nun die Ausbildung zur Fachkraft hinterher. Dabei leistet das Jobcenter übrigens Unterstützung, damit kein finanzieller Nachteil während der Ausbildung entsteht. Die anderen neuen Auszubildenden haben uns ganz einfach eine Bewerbung geschickt, per Post oder über unser Online-Tool. Bei geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern folgt dann ein Vorstellungsgespräch, das etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde dauert. Wenn es dann immer noch passt, hospitieren die Bewerberinnen und Bewerber zwei Tage in unserem Haus. Und dann setzen wir uns mit der Bewerberin oder dem Bewerber zusammen und sprechen darüber, ob sich beide Seiten eine Ausbildung vorstellen können.

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